Die Frage, wie Globalisierung gerecht gestaltet werden könnte, gibt Anlass, das ihr zugrunde liegende Normenverständnis einer ethischen Analyse zu unterziehen. Gerechtigkeit basiert in vielen Gesellschaften auf tief verwurzelten kooperationsfördernden Normen und Werten wie z.B. dem Altruismus. Heute ist eine altruistische Ethik Motor vieler (welt-)gesellschaftspolitischer Entscheidungen, insbesondere der Entwicklungspolitik, jedoch lässt sich der Verzicht, der stets einer Umverteilung vorausgeht, immer schwieriger begründen und einfordern. Das Modell einer globalen sozialen Marktwirtschaft geht von gleichberechtigten eigeninteressierten Tauschpartnern aus und eröffnet damit eine gesellschaftstheoretische Perspektive. So könnte sich Gerechtigkeit im Sinne einer Investitionsethik auf Märkten manifestieren, hier ergeben sich aber noch einige (welt)ordnungspolitische Herausforderungen.
Schlagworte
4. Beitragswettbewerb | Gerechtigkeit | Globalisierung der Gerechtigkeit
Zitierempfehlung
Tore Dobberstein, HFR 2003, S. 11 ff.
Verlinkungsempfehlung
http://www.humboldt-forum-recht.de/deutsch/3-2003/index.html
Bearbeitet von Synthia Winter