Innerhalb der zahlreichen Gesetzeswerke, die in Reaktion auf terroristische Anschläge erlassen wurden, kann man ein Vorsorge-Paradigma ausmachen, das die Prävention von Terrorismus zum Ziel hat. Aber kann überhaupt auf normative Weise Terrorismus verhindert werden? Tatsächlich ist Recht nur sehr eingeschränkt in der Lage, Anschlägen vorzubeugen. Stattdessen besitzen Anti-Terror-Gesetze oftmals lediglich Symbolcharakter. Zwar kann auch symbolische Gesetzgebung politisch legitim sein, da das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung für den Bestand eines demokratischen Staates eine bedeutende Rolle spielt, doch ist angesichts der Gefahren, die vom Vorsorge-Paradigma in der Anti-Terror-Gesetzgebung ausgehen, Vorsicht beim Erlass von Normen geboten. Daher ist Gesetzgebung vorzugswürdig, die institutionelle Maßnahmen praktischer Natur vorsieht, anstatt Rechtsfolgen an das konkrete Handeln individueller Personen zu knüpfen.
Der Aufsatz wurde im Rahmen des 7. Beitragswettbewerbes „Recht in Zeiten des Terrors“ angefertigt. In der Serie aus Anlass des Wettbewerbes sind bisher des Weiteren erschienen: Michael Walter (15-2008), Christoph Brendel (16-2008), Henrik Zapfe (17-2008), Elisa Hoven (18-2008), Heiko Richter (19-2008), Tina Roeder (20-2008), Andreas von Mettenheim (21-2008), Manuel Ladiges (2-2009), Yoan Hermstrüwer (3-2009), Rolf H. Weber/Romana Weber (4-2009), Christopher Unseld (5-2009), Hauke Haverkamp (7-2009), Susanna Suelmann (9-2009), Bijan Moini (11-2009), Dominik Steiger (14-2009), Christina Scheidle (15-2009), Heribert Prantl (16-2009) und Annegret Frankewitsch (18-2009)..
Category
Criminal Law | Public Law
Keywords
counterterrorism | criminal theory | danger prevention | deterrence | 7. essay competition | general deterrence | legislation | precaution | prevention | specific deterrence | state | terror | terrorism | terrorist
Quotation reference:
Marc Lendermann, HFR 2009, S. 163 et seqq.
Linking reference:
http://www.humboldt-forum-recht.de/english/12-2009/index.html
Edited by Peter Schmidt