
Der vorliegende Beitrag der Autorinnen Wartenburger und Prehn nimmt Bezug auf den zuvor publizierten Aufsatz „Universelle Rechtswissenschaft & Universeller Vertrag“ von Prof. Schwintowski. Darin legen sie dar, dass es erste Hinweise einer Grundlage für Recht und von moralischem Verhalten im menschlichen Gehirn gibt, Lernerfahrungen jedoch eine ebenso große Rolle spielen. Bildgebende Verfahren, wie die funktionelle Kernspintomographie (fMRT), bringen erste weiterreichende Forschungsergebnisse aus den Neurowissenschaften. Demnach scheinen solche komplexen Phänomene wie moralisches Entscheiden oder Rechtsempfinden durch eine Verknüpfung verschiedener basaler kognitiver und emotionaler Funktionen vermittelt zu sein. In diesem Zusammenhang ist es hilfreich, bereits vorhandene psychologische Erkenntnisse und Theorien zu diesem Thema mit einzubeziehen, wie die anschließend dargelegte entwicklungspsychologische Theorie von Lawrence Kohlberg. Das Aushandeln, Verstehen und Einhalten von Vereinbarungen ist damit etwas, das tatsächlich universell allen Menschen eigen zu sein scheint. Allerdings bedarf es dazu verschiedener Teilfähigkeiten, die sich aufgrund sozialer und kultureller Erfahrungen entwickeln müssen.
Die Beitragsreihe zum Thema „Universelle Rechtswissenschaft“, begründet im Humboldt Forum Recht Universitas, wurde im Jahr 2007 in das HFR integriert und wird in der Zeitschrift fortgesetzt. Weiterhin erschienen Beiträge von Prof. Dr. Hans-Peter Schwintowski (12-2007) und Prof. Dr. Doris Lucke (16-2007) zu diesem Thema.
Category
Universal Law
Keywords
brain science | Kohlberg, Lawrence | magnetic resonance imaging | sense of justice | universal law
Quotation reference:
Kristin Prehn / Isabell Wartenburger, HFR 2007, S. 133 et seqq.
Linking reference:
http://www.humboldt-forum-recht.de/english/13-2007/index.html
Edited by Synthia Winter & Tobias Dreyer