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ISSN 1862-7617
Publications - Essays - 2-2014
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Prof. Dr. Lena Rudkowski

Zwischen Transparenz und behördlicher Kontrolle - Wege für den Kundenschutz im Recht der privaten Altersvorsorge


Abstract from the editors

Portrait des Autors

Im Bereich der Altersversorgung stehen neben der gesetzlichen Rentenversicherung, die betriebliche sowie die vorliegend thematisierte private Altersvorsorge im Mittelpunkt der Diskussion. Professorin Dr. Rudkowski behandelt in ihrem Beitrag Risiken, welche aus der komplexen rechtlichen und wirtschaftlichen Konstruktion von Versicherungsverträgen resultieren. Sie stellen die Mehrheit der in Deutschland abgeschlossenen Verträge zur privaten Altersvorsorge dar. Als Rechtsprodukte seien sie durch ihren hohen Abstraktionsgrad für Kunden schwer zu erfassen.

Mit dem Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz (AltZertG) zielt der Gesetzgeber darauf, dem Bedürfnis nach Kundenschutz Rechnung zu tragen, und Vertragstransparenz herzustellen. Im Beitragsverlauf untersucht die Autorin verschiedene Instrumente des Kundenschutzes, etwa durch Produkt- und Markttransparenz, behördliche Kontrolle oder inhaltliche Anforderungen an den Vertrag.

Der Gesetzgeber gehe davon aus, dass der durch Transparenz hinreichend informierte Kunde eine sinnvolle Auswahl und folglich rationale Entscheidung treffen werde. Indes sei die Figur des homo oeconomicus als ideal-typische Verhaltensannahme eines fiktiven wirtschaftenden Akteurs anzusehen. Die Entscheidungsleistung steige zwar im Grundsatz mit zunehmendem Informationsangebot, die Leistungsfähigkeit des Informationsadressaten sei aber restringiert. Im Zeitpunkt der informationellen Überlastung falle die Entscheidungsleistung sogar ab. Das Gesetz indes begegne der Gefahr des sog. information overload der Kunden bislang nicht ausreichend. Dabei gelte es künftig, diese zumindest für den Regelfall auszuschließen.

Die Verfasserin gelangt zu dem Resultat, dass Informationspflichten oder Produktinformationsblätter bei Altersvorsorgeprodukten Kundenschutz nicht hinreichend leisten können. Der Gesetzgeber müsse folglich nach alternativen Wegen für den Kundenschutz suchen. Als solche kämen eine inhaltliche Zertifizierung, zivilrechtliche Gestaltungsverbote und Mindestanforderungen an die Gestaltung der Altersvorsorgeverträge in Betracht.


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Index of contents

Category
Insurance Law

Keywords
Acquisition costs | Administrative costs | Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz | Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz | AltvVerbG | AltZertG | AvmG | BaFin | Basic pension plan | Calculation basis | Certfication body | Certification | Conditions control | Customer protection | Federal Agency for Financial Services Supervision | Financial supervision | Framing | Freedom of practicing an occupation | Art. 2 Abs. 1 GG | Art. 12 Abs. 1 GG | Homo oeconomicus | Information | Information addressee | Information overload | Information requirements | Insurance | Insurance contract | Insurance premium | Insurance supervision law | Legislator | Life expectancy | Pension contribution | Pension insurance | Pension scheme | PIB | Policyholder | Private independence | Private insurance | Product design | Product informtion sheet | Retirement Provision | Retirement provision contract | Retirement Savings Act | Solvency II | Art. 27 Solvency II | Standardisation | State insurance | Statutory pension insurance | Supervisory authority | Terms and conditions of contract | Transparency | Versicherungsvertragsgesetz | VVG

Quotation reference:
Lena Rudkowski, HFR 2014, S. 15 et seqq.

Linking reference:
http://www.humboldt-forum-recht.de/english/2-2014/index.html

Edited by Tobias Dreyer