Prozesskostenrechner: Was kostet ein Rechtsstreit?

Dominic Offers Geprüft von Dominic OffersZuletzt aktualisiert: 4. Juli 2026

Anwalts- und Gerichtskosten nach RVG und GKG – exakt berechnet für Ihren Streitwert, inklusive der Arbeitsrecht-Besonderheit.

Illustration: Prozesskostenrechner

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kosten eines Rechtsstreits sind gesetzlich geregelt und exakt berechenbar – über das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) und das Gerichtskostengesetz (GKG).
  • Schon bei einem Streitwert von 10.000 € liegt das Kostenrisiko in der ersten Instanz bei rund 4.800 € – mit Berufung über 10.000 €.
  • Im Arbeitsrecht zahlen Sie Ihren Anwalt in der 1. Instanz selbst bei Sieg (§ 12a ArbGG).
  • Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt diese Kosten – ab rund 13 € im Monat.
Typische Fälle:

So setzen sich Prozesskosten zusammen

Ein Rechtsstreit kostet an drei Stellen: Ihr eigener Anwalt, der gegnerische Anwalt (den Sie bei einer Niederlage ebenfalls zahlen) und das Gericht. Alle drei Positionen richten sich nach dem Streitwert – geregelt im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) und im Gerichtskostengesetz (GKG). Der Rechner oben nutzt die Standardgebühren eines Zivilprozesses: 1,3 Verfahrensgebühr und 1,2 Terminsgebühr je Anwalt sowie 3,0 Gerichtsgebühren.

Der Streitwert entscheidet – nicht die Schwere des Falls

Ob ein Fall juristisch einfach oder kompliziert ist, spielt für die Kosten fast keine Rolle: Maßgeblich ist der Streitwert. Bei einer Kündigungsschutzklage sind das drei Brutto-Monatsgehälter, bei einem Mietstreit häufig die Jahresmiete der strittigen Erhöhung, bei einem Verkehrsunfall die Schadenssumme. Deshalb können schon alltägliche Streitigkeiten vierstellige Kostenrisiken auslösen.

Gut zu wissen: Das Kostenrisiko steigt mit jeder Instanz

Geht der Fall in die Berufung, fallen erneut Anwalts- und Gerichtsgebühren an – mit höheren Sätzen (1,6 Verfahrensgebühr, 4,0 Gerichtsgebühren). Das Gesamtrisiko über zwei Instanzen ist damit gut doppelt so hoch wie in der ersten. Wer den passenden Rechtsschutz hat, kann solche Verfahren führen, ohne auf das eigene Konto zu schauen.

Häufige Fragen

Wer zahlt die Prozesskosten, wenn ich gewinne?

Im Zivilprozess gilt: Der Verlierer trägt die Kosten – bei vollem Sieg erstattet die Gegenseite Ihre Anwalts- und Gerichtskosten. Bei einem Teilerfolg werden die Kosten anteilig geteilt, bei einem Vergleich meist gegeneinander aufgehoben. Wichtige Ausnahme: Im Arbeitsrecht zahlt in der 1. Instanz jede Partei ihren Anwalt selbst – auch der Gewinner.

Warum ist das Arbeitsrecht besonders teuer?

§ 12a Arbeitsgerichtsgesetz schließt in der 1. Instanz die Erstattung der Anwaltskosten aus: Selbst wenn Sie die Kündigungsschutzklage gewinnen, bleiben Sie auf Ihren Anwaltskosten sitzen – bei einem Gehalt von 3.500 € brutto sind das schnell über 2.000 €. Genau diese Lücke schließt der Berufsrechtsschutz.

Sind die Werte im Rechner aktuell?

Ja. Der Rechner nutzt die Gebührentabellen des RVG (Anlage 2) und GKG (Anlage 2) in der seit dem Kostenrechtsänderungsgesetz 2025 geltenden Fassung, abgerufen bei gesetze-im-internet.de (Stand: Juli 2026).

Welche Kosten kommen noch dazu?

Der Rechner zeigt die gesetzlichen Anwalts- und Gerichtskosten. Im Einzelfall kommen hinzu: Sachverständigengutachten (oft 1.000–3.000 €), Zeugenentschädigungen, Reisekosten sowie Honorarvereinbarungen über den RVG-Sätzen – die eine Rechtsschutzversicherung in der Regel nur bis zur gesetzlichen Höhe erstattet.

Porträt: Dominic Offers

Dominic Offers

Redaktion · Experte für Rechtsschutzversicherungen

Dominic Offers prüft und aktualisiert die Inhalte dieses Portals regelmäßig. Sein Schwerpunkt: Rechtsschutzversicherungen verständlich erklären, Tarife fair vergleichen und Leser vor teuren Fehlentscheidungen bewahren.

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