Inhalte
- Was ist eine Mietrechtsschutzversicherung?
- Was ist im Mietrechtsschutz versichert?
- Kosten, die übernommen werden:
- Kosten, die nicht übernommen werden:
- Wann greift der Mietrechtsschutz?
- Welche Risiken sind versichert?
- Wie sinnvoll ist eine Mietrechtsschutzversicherung?
- Was kostet der Mietrechtsschutz?
- Wie können die Kosten der Mietrechtsschutzversicherung niedrig gehalten werden?
- Zusatzoptionen für die Mietrechtsschutzversicherung
- Rechtsbereiche der Rechtsschutzversicherung
- Fazit
- Häufige Fragen
- Kostenübernahme
Die Versicherung übernimmt die Kosten für einen Rechtsstreit, dessen Ursache im Mietverhältnis liegen. Der Mietrechtsschutz setzt die Forderungen des Mieters gegenüber dem Vermieter durch.
- Schutz der Mieter
Der Mietrechtsschutz gibt dem Mieter die Chance, sich gegen unrechte Handlungen des Vermieters zur Wehr zu setzen. Ohne Rechtsschutz wären die Kosten eines Verfahrens von vielen Mietern finanziell nicht tragbar.
Was ist eine Mietrechtsschutzversicherung?
Die Mietrechtsschutzversicherung ist ein wichtiger Bestandteil der privaten Rechtsschutzversicherung. Bei einigen Versicherungen kann er separat abgeschlossen werden. In der Mehrzahl der Fälle ist jedoch nur eine Tarif-Kombination aus Privatrechtsschutz und Mietrechtsschutz möglich, die eventuell durch andere Bausteine ergänzt wird.
Was ist im Mietrechtsschutz versichert?
Der Versicherungsschutz erstreckt sich fast immer auf selbst bewohnte Wohneinheiten in Deutschland. Nur wenige Versicherer bieten Mietrechtsschutz auch im Ausland, beispielsweise für Ferienwohnungen, an. Zur Wohnung gehörende Garagen, Abstellräume und Stellplätze sind üblicherweise auch versichert. Eine Mietrechtsschutzversicherung kann sowohl für eine Wohnung als auch für ein Eigenheim abgeschlossen werden.
Kosten, die übernommen werden:
Unsere Tools für Ihre Entscheidung: Was ein Rechtsstreit ohne Versicherung kostet, zeigt der Prozesskostenrechner – und welche Bausteine Sie wirklich brauchen, klärt der Bedarfs-Check in 60 Sekunden.
- Anwalt und Gericht
- Zeugengebühren
- Kosten für gerichtlich bestellte Sachverständige
- Mediation (außergerichtliche Einigung)
- Kosten der Gegenseite, wenn der Prozess verloren wird
Kosten, die nicht übernommen werden:
- Ursache des Streitfalls liegt vor Versicherungsbeginn
(kein Mietrechtsschutz rückwirkend) - Streitfall wurde durch den Mieter verursacht
(beispielsweise Kündigung wegen Mietrückstände) - Wohneinheit ist nicht im Versicherungsschutz enthalten (beispielsweise Gartenhäuschen, Zweitwohnung, Ferienwohnung, Immobilie im Ausland)
- Streit mit einem Untermieter
Wann greift der Mietrechtsschutz?
Beim Mietrechtsschutz für Mieter sind Wartezeiten von mindestens 1 Monat, meistens sogar 3 Monaten, üblich. Die auf seinen Vertrag zutreffenden Wartezeiten kann der Versicherungsnehmer den ARB (Allgemeinen Rechtsschutzbedingungen) entnehmen. Es gibt nur wenige Versicherungsgesellschaften, die Mietrechtsschutz sofort anbieten. Wenigstens eine Ausnahme gibt es von der Regel. Wenn ein Versicherungsnehmer bereits einen Vorvertrag bei einem anderen Versicherer hat und er nahtlos in einen neuen Vertrag wechselt, erhält er den Mietrechtsschutz ohne Wartezeit.
Welche Risiken sind versichert?
Die Mietrechtsschutzversicherung deckt Risiken ab, die aus dem Mietverhältnis entstehen können. Sie übernimmt die Verteidigung des Versicherungsnehmers und hilft ihm, seine Forderungen gegenüber dem Vermieter, Hausverwalter, Nachbarn oder Dritten (beispielsweise Handwerker) durchzusetzen. Häufige Risiken, gegen die der Mietrechtsschutz versichert, sind unter anderem:
- ungerechtfertigte Mieterhöhung
- Fehler bei der Nebenkostenabrechnung
- falsch berechnete Miete (Fläche der Wohnung kleiner als im Vertrag angegeben)
- Räumungsklage des Vermieters wegen Eigenbedarf oder Luxussanierung
- Streit mit Nachbarn (beispielsweise wegen Lärmbelästigung, Verschmutzung des Treppenhauses oder missbräuchlicher Nutzung von Gemeinschaftseinrichtungen)
- Streit mit Handwerkern (Vermieter schickt Handwerker und Mieter soll Kosten ganz oder teilweise übernehmen)
Wie sinnvoll ist eine Mietrechtsschutzversicherung?
„Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“
Dieses Zitat stammt von dem berühmten deutschen Dichter Friedrich Schiller und beantwortet die Frage eigentlich bereits. Eine Mietrechtsschutzversicherung ist für alle Menschen sinnvoll, die in einer Miet- oder Eigentumswohnung leben. Miet- und Immobilienrecht gehören zu den Bereichen mit den meisten Streitfällen. Laut Angaben des Deutschen Mieterbunds (DMB) werden Jahr für Jahr weitaus mehr als 200.000 Fälle vor deutschen Gerichten verhandelt. Bei dieser Zahl muss zudem berücksichtigt werden, dass 97 Prozent aller Fälle außergerichtlich geklärt werden. Das zeugt davon, dass es im Bereich Wohnen ein hohes Potential an Konflikten gibt. Kein Wunder, angesichts der rapide steigenden Mieten und der immer dichteren Bebauung.
Selbst wenn jemand bereits seit Jahren in einem Haus lebt und es nie Streit gab, kann der Eigentümer plötzlich wechseln oder über Nacht ein neuer Nachbar einziehen, der sich als unangenehmer Zeitgenosse entpuppt. Auf Mietrechtsschutz können im Grunde genommen nur Leute verzichten, die noch immer bei den Eltern leben oder die sowieso aus dem einen oder anderen Grund nur kurzfristig eine Wohnung mieten wollen.
Was kostet der Mietrechtsschutz?
Im Vergleich zu den anderen Bestandteilen einer Rechtsschutzversicherung weist die Mietrechtsschutzversicherung die Besonderheit auf, dass sie nicht als Einzelversicherung abgeschlossen werden kann. Mietrechtsschutz ist nur als Kombi-Tarif, beispielsweise in Verbindung mit Privatrechtsschutz erhältlich. Sehr beliebt ist auch die Kombination aus Privatrecht, Verkehrsrecht, Wohnen und Berufsrecht. Kombi-Tarife sind günstig und bieten einen Komplettschutz gegen die Kosten fast aller juristischen Streitfälle.
Weil er nicht separat gebucht werden kann, ist ein Mietrechts-Vergleich schwierig.
Versicherungsnehmer, die sich beispielsweise für eine Kombination aus Privatrecht und Mietrechtsschutz entscheiden, müssen bei monatlicher Zahlungsweise mit Kosten ab etwa 15 € rechnen. Bei jährlicher Zahlungsweise beginnen die Beiträge bei ungefähr 160 €.
Wer sich mit dem Gedanken trägt, eine Rechtsschutzversicherung inklusive Mietrechtsschutz abzuschließen, ist gut beraten, sich bei einem Mietrechtsschutz-Vergleich im Internet zu informieren. Dort sind die aktuellen Kosten aufgeführt. Die Angebote ändern sich ständig. Zu den Versicherungen, die von mehreren unabhängigen Testorganisationen empfohlen werden, gehören:
- ARAG
- Bavaria Direkt
- Advocard
- DEVK
Auch der Deutsche Mieterbund DMB bietet eine günstige Mietrechtsschutzversicherung an. Mitglieder des DMB erhalten besonders günstige Konditionen.
Wie können die Kosten der Mietrechtsschutzversicherung niedrig gehalten werden?
Versicherungsnehmer können auf verschiedene Art und Weise Einfluss auf die Kosten nehmen. Dazu gehören zum Beispiel:
Selbstbeteiligung
In der Versicherungsbranche bezeichnet der Begriff Selbstbeteiligung den Eigenanteil, den der Versicherungsnehmer im Fall eines Schadens übernimmt. Je höher die Selbstbeteiligung ist, um so niedriger fällt der Beitrag aus, weil dadurch das Risiko für die Versicherung geringer wird. Im Umkehrschluss ist der Beitrag viel höher, wenn auf die Selbstbeteiligung verzichtet wird. Diese Option wird zudem von vielen Versicherungen gar nicht angeboten.
Versicherungsnehmer sollten jedoch darauf achten, die Selbstbeteiligung nicht zu hoch zu wählen. Eine Selbstbeteiligung von 500 € oder mehr stellt für viele eine große finanzielle Belastung dar. In der Praxis stellt eine Selbstbeteiligung von 150 – 300 € einen guten Kompromiss dar.
Zahlungsweise und Zahlungsmethode
Die Versicherungsgesellschaften bieten ihren Kunden an, monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich zu zahlen. Bei jährlicher Zahlungsweise bekommt der Versicherungsnehmer in vielen Fällen ein paar Prozent Rabatt. Der Grund: jährliche Zahlungsweise verringert den Verwaltungsaufwand für die Versicherung. Die im Mietrechtsschutz-Vergleich angezeigten Kosten der Beiträge gelten zudem nur, wenn der Versicherungsnehmer der Versicherung ein SEPA Lastschriftmandat erteilt, dass sie zur Abbuchung der Beiträge vom Konto ermächtigt. Wer dagegen per Überweisung bezahlt, muss in der Regel einen Aufschlag in Kauf nehmen. Der wird von den Versicherungen verlangt, weil durch diese Zahlungsmethode sowohl der Verwaltungsaufwand als auch das Risiko höher sind.
Laufzeit
Je länger die Laufzeit, um so günstiger wird der Beitrag, gleich ob Jahres- oder Monatsbeitrag. Das liegt daran, weil eine lange Laufzeit des Vertrags der Versicherung Planungssicherheit gibt. In der Branche werden Einjahresverträge oder Vertragslaufzeiten von 3 oder 5 Jahren angeboten. Bei letzterer Variante sind die Kosten besonders niedrig. Trotzdem raten Verbraucherschützer davon ab, Verträge mit einer langen Laufzeit abzuschließen. Der Versicherungsmarkt ist in ständiger Bewegung und der Wettbewerb zwischen den Anbietern ist hart. Es ist schwer, einen geltenden Vertrag vor dem Ende der Laufzeit zu kündigen. Bei einer fünfjährigen Laufzeit besteht die Gefahr, dass der Versicherungsnehmer lange Zeit in einem Vertrag mit ungünstigen Konditionen gefangen ist. Besser ist es, einen Vertrag mit nur einjähriger Laufzeit, maximal 3 Jahre, abzuschließen.
Mediation statt Rechtsstreit
Viele Versicherungen bevorzugen es, wenn der Versicherungsnehmer eine Mediation (außergerichtliche Klärung) in Anspruch nimmt, anstatt vor Gericht zu klagen. Wenn ein Streitfall durch die kostenlose Beratung der Anwalts-Hotline gelöst werden kann, wird die Selbstbeteiligung nicht in Anspruch genommen. Zudem wird der Streitfall nicht als Versicherungsleistung angerechnet. Dadurch bleibt ein vereinbarter Schadensfreiheitsrabatt erhalten.
Zusatzoptionen für die Mietrechtsschutzversicherung
Ein erweiterter Mietrechtsschutz kann normalerweise nur gebucht werden, wenn der Versicherungsnehmer einen Kombi-Tarif mit Premium Variante wählt. Je nach Versicherer bietet die Premium-Variante im Bereich Mietrechtsschutz erweiterte Versicherungsleistungen:
- Die Zweitwohnung, der Dauer-Stellplatz auf dem Campingplatz oder die Gartenlaube im Schrebergarten sind ebenfalls versichert. Das ist beispielsweise für Pendler wichtig, die nur am Wochenende nach Hause fahren.
- Beratungs-Rechtsschutz für Themen in Zusammenhang mit Kauf, Verkauf, Umbau oder Sanierung einer Immobilie. Diese Option eignet sich gut für alle, die eine Eigentumswohnung oder ein Eigenheim kaufen oder verkaufen wollen.
- Bauherren-Rechtsschutz schützt bei Streitfällen mit Baufirmen, Architekten und Behörden.
- Erweiterter Vertrags- und Sachen-Rechtsschutz: Verträge können vor der Unterzeichnung auf die Homepage der Versicherung hochgeladen und von einem Anwalt überprüft werden.
- Erweiterter Steuer- und Verwaltungs-Rechtsschutz: gegen Maßnahmen der Behörden werden die Kosten bereits beim Einspruchs- oder Widerspruchsverfahren übernommen. Besitzer selbst bewohnter Eigentumswohnungen können gegen die Beschlüsse der Eigentümerversammlung Widerspruch einlegen.
In der Regel lohnt es sich, durch einen Premium-Tarif erweiterten Versicherungsschutz zu bekommen. Der Preisunterschied zum Basis-Tarif ist nur gering, die Leistungen sind jedoch erheblich besser. Beim Mietrechtsschutz Vergleich gehört kaum ein Basis-Tarif zu den Testsiegern.
Rechtsbereiche der Rechtsschutzversicherung
Vom Arbeitsplatz bis zur eigenen Wohnung: Wählen Sie den Lebensbereich, den Sie absichern möchten.
Für den Ernstfall: Mieterhöhung oder strittige Nebenkosten? Unsere Checkliste „Streit mit dem Vermieter“ (kostenloses PDF) zeigt die wichtigsten Schritte und Fristen.
Fazit
Eine Mietrechtsschutzversicherung ist wesentlicher Bestandteil einer Rechtsschutzversicherung. Der Mietrechtsschutz für Mieter bewahrt diese vor den hohen Kosten eines Rechtsstreits mit dem Vermieter oder Nachbarn. So ein Streit kann jederzeit passieren. Darum ist es für jeden Mieter empfehlenswert, eine Mietrechtsschutzversicherung abzuschließen. Ein separater Abschluss ist nicht möglich. Mietrechtsschutz wird üblicherweise als Kombi-Tarif in Verbindung mit Privatrecht, Verkehrsrecht und Berufsrecht angeboten. Vor der Vertragsunterzeichnung lohnt sich ein Mietrechtsschutz Vergleich, da sich die Konditionen der diversen Versicherungsgesellschaften teilweise stark voneinander unterscheiden.
Quellen & weiterführende Links
de.wikipedia.org/wiki/Rechtsschutzversicherung#Wohnungs_und_Grundstücks-Rechtsschutz
finanzen.de/rechtsschutzversicherung/mietrechtsschutz
financescout24.de/wissen/ratgeber/mieter-vermieterrechtsschutz
Häufige Fragen
Warum gibt es Wartezeiten bei der Mietrechtsschutzversicherung?
Dadurch will die Versicherung verhindern, dass Verbraucher eine Mietrechtsschutzversicherung für Mieter abschließen, wenn sich bereits ein Schadensfall ankündigt. Beispiel: Der Vermieter plant umfangreiche Sanierungsmaßnahmen, in deren Folge eine beträchtliche Mieterhöhung vorhersehbar ist. Deswegen gibt es kaum Mietrechtsschutz sofort (und wenn, dann höchstens in Teilbereichen). Mietrechtsschutz ohne Wartezeit wird üblicherweise dann gewährt, wenn der Versicherungsnehmer nahtlos von einer Versicherung zur anderen wechselt.
Wann kann eine Mietrechtsschutzversicherung gekündigt werden?
Für die ordentliche Kündigung muss der Versicherungsnehmer die Frist von 3 Monaten zum Ende der Laufzeit einhalten. Das bedeutet, dass die Kündigung spätestens zu diesem Zeitpunkt bei der Versicherung eingetroffen sein muss. Wird der Termin versäumt, verlängert sich der Vertrag automatisch mindestens um ein weiteres Jahr. Die Kündigung muss in schriftlicher Form erfolgen. Wurde der Vertrag Online abgeschlossen, wird auch eine E-Mail akzeptiert. Die größte Rechtssicherheit bietet ein Einschreiben mit Rückschein. Die Angabe eines Kündigungsgrundes ist nicht erforderlich.
Kann auch fristlos gekündigt werden?
Die fristlose Kündigung heißt auch außerordentliche Kündigung. Sie kann durch beide Vertragspartner, Versicherung oder Versicherungsnehmer, ausgesprochen werden. Für die fristlose Kündigung ist jedoch ein Grund erforderlich. Von Seiten des Versicherungsnehmers stellt beispielsweise eine Beitragserhöhung oder die Verweigerung der Regulierung eines Schadens einen Grund dar.
Die Versicherung ist ebenfalls berechtigt, den Vertrag außerordentlich zu kündigen, wenn der Versicherungsnehmer zu viele Schadensfälle in zu kurzer Zeit meldet. Die Kündigungsfrist beträgt 4 Wochen nach Bekanntwerden des Kündigungsgrundes und der Zustellung der Kündigung.
Was ist besser, ein Online-Vertrag oder persönliche Beratung?
In der Regel ist es besser, die Versicherung Online abzuschließen. Ein Online Mietrechtsschutz Vergleich zeigt günstige Tarife. Die gesamte Bandbreite des Angebots wird aufgeführt. Meistens gibt es Links, die direkt zum Anbieter führen.
Ein Versicherungsvertreter oder eine Agentur haben dagegen nur die Tarife im Portfolio, für deren Versicherungen sie arbeiten. Ein objektives Bild der Marktsituation und damit eine optimale Entscheidung ist dem Kunden nicht möglich.
Kostenlos · Ihre Versicherungs-App
Behalten Sie den Überblick – kostenlos
Alle Versicherungen in einer App: Wir überwachen Ihre Verträge und melden uns, sobald es einen günstigeren oder besseren Tarif gibt – die Formalitäten übernehmen wir.
- Alle Verträge & Dokumente an einem Ort
- Automatischer Schutz vor Beitragserhöhungen
- Wechselvorschläge inklusive Formalitäten – wir kümmern uns
Praktische Tools & Rechner
Kostenlos, sofort nutzbar und passend zu Ihrer Situation: